Vorwort

gekürzte Fassung von Dorothea Brandt

 

Wer es als Arzt aufgibt zu heilen und zu helfen, verletzt ganz bestimmt den Lebenswillen erkrankter Menschen und missbraucht ihr Vertrauen. Bei Zähnen geht es zwar nicht um Leben und Tod, aber um Gesundheit und Geld. Patienten zahlen, Zahnärzte kassieren. Seit über einhundert Jahren ist die Zahnmedizin ein flickendes und reparierendes Gewerbe, das seine heillosen Therapien bis aufs Blut verteidigt. Der Beruf des martialischen Zahnbrechers im Mittelalter wanderte dabei heimlich und leise als Lochbohrer, Flickschuster und Zahnklempner in die moderne Gesellschaft ein. Heute tarnt sich die heillose Flickerei als „Zahnheilkunde“. Mit der Reparatur an der Reparatur verdienen Zahnärzte Milliarden. Es geht dabei nicht um Pfusch. Und es geht auch nicht um schwarze und weiße Schafe. Bei dieser Frage geht es um die Fundamente, auf denen die bohrende Zunft steht: Warum hält uns die Zahnmedizin krank?

 

Wir alle sind nämlich in einem heillosen System und einem Interessensumpf phänomenalen Ausmaßes gefangen. Am „Kranksein“ der Menschen verdienen ganze Wirtschaftszweige Milliarden, die ihre Interessen durch eine „Gesundung“ der Bürger bedroht sehen. Allein im zahnärztlichen Gesundheitswesen profitieren knapp eine halbe Million Menschen wie Zahnärzte, Zahntechniker, Implantologen, Endotologen, Kieferchirurgen und zahnärztliches Personal von ihren karieskranken Mitmenschen. An dem Tag, an dem sie die Krankheiten Karies und Parodontitis heilen, sägen sie eigenhändig den Ast ab, auf dem sie sitzen. Hersteller von Zahnersatz, Zahncremes, Zahnseide, Mundwasser, Amalgam, Kunststoff, Zahngold und Prothesen haben kein Interesse an der „Gesundung“ der Bürger. Selbst die Zuckerindustrie stellt sich dem Gesundwerden in den Weg. Allen voran sind es die Zahnärzte selbst, die uns durch ihre flickenden und gefährlichen Therapien krank halten und krank machen: Die moderne Zahnmedizin schadet den Zähnen.

 

Damit aber nicht genug, Millionen Menschen verbringen ihre wertvolle Zeit in einem unangenehmen Zahnarztstuhl unter einem hell gleißenden Halogenscheinwerfer und lassen schmerzhafte Behandlungen über sich ergehen. Die bohrende Zunft hat ihren Willen zum Heilen währenddessen längst zusammen mit den Millionen von gezogenen Zähnen in die Tonne geworfen, ganz nach der Devise: „Wir flicken bis zur Entzahnung“. Darf uns die Zahnärzteschaft seit über einhundert Jahren zu ihrem eigenen Vorteil krank halten? Je schlechter die Zahnmedizin, desto mehr Geld verdient der Behandler. Und je weniger Patienten über Zähne wissen, desto öfter werden sie behandelt.

 

Trotz besserer Zahnpflege lautet die Diagnose 85 Millionen Mal im Jahr: Karies. Zahnärzte glauben, ihrem Patienten sehr viel genützt zu haben, wenn sie seiner Krankheit mit Karies einen Namen geben, um sich dann schnell, schwer mit Bohrer und Sauger zu bewaffnen.

 

Wenige ahnen nämlich, dass es mit der Behandlung schlimmer wird.  Weiter