Wurzelbehandlung: Todesstrafe für den Zahn

Etwa sieben Millionen Wurzelbehandlungen werden jährlich über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet. Für den Autor des Ratgebers Zahnarztlügen Dr. Lars Hendrickson ist eine solche Wurzelbehandlung Ausdruck einer „Zahnheilkunde“, die vollkommen versagt hat.

 

Eine Studie der Universität Göttingen aus dem Jahr 2008 liefert erschreckende Erkenntnisse: Jede zweite Wurzelbehandlung war mangelhaft. Bakterien waren dabei in den Wurzelkanälen zurückgeblieben, mehr als die Hälfte der Wurzelfüllungen war zu kurz. Zeitweise lag die Erfolgsquote einer Wurzelbehandlung bei nur 38 Prozent. Doch hier geht es nicht nur um schwarze Schafe, fachliche Mängel oder verpfuschte Behandlungen. Es geht laut Lars Hendrickson viel eher um die Frage, warum noch immer fast jeder Deutsche an Karies leidet und eine Wurzelbehandlung an der Tagesordnung steht.

 

Wurzelbehandlung: Wenn der Zahn stirbt

 

Denn immerhin werden neun Millionen Wurzelbehandlungen jährlich gemacht – Behandlungen, die sich vermeiden lassen. Wie der finnische Wissenschaftler Kauko K. Mäkinen sagt: Karies ist in der heutigen Zeit vollkommen vermeidbar – auch eine Wurzelbehandlung lässt sich vermeiden. Allerdings setzt die Zahnmedizin noch immer auf die altbekannte Devise, die sich seit Jahrzehnten bewährt hat: Drill, Fill, Bill – Bohren, füllen, berechnen. Für Mäkinen grenzt es an einen Behandlungsfehler, wenn Zuckeraustaustoffe wie Xylit von Zahnärzten verheimlicht werden. Für Dr. Lars Hendrickson grenzt es hingegen bereits an ein Verbrechen.

 

Füllungstherapie und Wurzelbehandlung als heillose Flickerei

 

Denn die Zahnmedizin verdient mit der Reparatur an der Reparatur Milliarden. Dazu gehört eben auch eine Wurzelbehandlung. „Heute tarnt sich diese heillose Flickerei als Zahnheilkunde, die vorgibt Prophylaxe zu betreiben“, erklärt der Autor. Doch in Wahrheit verdienen ganze Wirtschaftszweige Milliarden am „Kranksein“ ihrer Patienten, die ihrer Interessen durch eine „Gesundung“ der Patienten bedroht sehen. Und so ist die zahnmedizinische Prophylaxe nichts weiter als Etikettenschwindel. Die harte These des Buchautors: Die moderne Zahnmedizin schadet den Zähnen.

 

„Seit über einhundert Jahren ist die Zahnmedizin ein flickendes und reparierendes Gewerbe, das seine heillosen Therapien bis aufs Blut verteidigt“, schreibt das Autorenduo Brandt und Hendrickson im Vorwort des Buches Zahnarztlügen.

 

Wenn die Zahnmedizin versagt

 

Auch eine Wurzelbehandlung gehört zu diesen heillosen Therapien, die zusätzlich noch das Versagen der angeblichen „Prophylaxe“ unterstreichen: Denn 95 Prozent der Europäer leiden an Karies. Bei Erwachsenen sind im Durchschnitt 14 Zähne kariös, gefüllt oder haben bereits eine Lücke in den Kauleisten hinterlassen. Sieht das für sie nach erfolgreicher Prophylaxe aus?

 

Hierzulande werden jedes Jahr 80 Millionen Füllungen gelegt, 11 Millionen Zähne gezogen und eben neun Millionen Wurzelbehandlungen durchgeführt. Sind das die Erfolge der Prävention? „Es wird Zeit, dass Patienten diese Zahlen kritisch hinterfragen“. Meine Antwort ist klar: Die Zahnmedizin bietet nur eine symptomatische Versorgung. Die Ursachen werden nicht geheilt: Die Bakterien bleiben auch nach der Füllung milliardenfach weiter in der Mundhöhle. Der Patient bleibt krank. Fazit: Die Zahnmedizin versagt – bei Füllungen, Wurzelbehandlungen, der Prävention und bei der Indikaiton von der Entfernung von Weisheitszähnen.