Non-invasive Therapie in der Zahnmedizin
nach L. G. Hendrickson et al
Non-invasiv bzw. nicht-invasiv bezeichnet das Gegenteil von invasiv [lat.: invadere = einfallen, eindringen]. Das bedeutet, eine Behandlung ist nicht mit einem Eingriff, Einschnitt oder dem Einführen von Geräten in den Körper verbunden. In der Allgemeinmedizin ersetzen bereits einige non-invasive Behandlungen die klassischen Prozeduren. Bei uns in Skandinavien setzt sich in der Intensivmedizin immer häufiger eine non-invasive Beatmung (ohne Intubation) durch und auch bei der teils nicht ungefährlichen Pränataldiagnostik verzeichnen diese neuen Verfahren beeindruckende Erfolge für Mutter und Kind.
In der Zahnmedizin ist es unstrittig, dass die bisherigen invasiven Behandlungsmethoden die Erkrankungen Karies und Parodontitis nicht heilen können. Somit ist jeder Eingriff für die Gesundheit des Patienten schädlich. Dies gilt sowohl für die klassischen Eingriffe mit Bohrer und Zange als auch für die minimal-invasiven Behandlungsformen mit ätzenden Gels und Säuren. In der non-invasiven Therapie lehnt man daher jeden Eingriff ab und bekämpft – im Gegensatz zur veralteten – Zahnmedizin die tatsächlichen Ursachen der Erkrankung, damit ein Stillstand und eine Heilung erzielt werden können. Der einzige Weg für dauerhafte, wirklich gesunde Zähne und zur Vermeidung des Zahnverlustes, der mit den veralteten Methoden der Zahnärzte ansonsten unausweichlich ist, besteht daher in der eingriffslosen Therapie der Erkrankung.
In der Zahnmedizin lehnen wir bei der non-invasiven Behandlung jeden invasiven Eingriff ab, da dieser unweigerlich der Gesundheit des Patienten direkt oder indirekt Schaden zufügen sowie den angestrebten Heilungszustand nicht herstellen kann. Es wird keine 100 Jahre mehr dauern, dann werden auch wir in Europa eingesehen haben, dass die bisherige Zahnmedizin ein Verbrechen gegen die Gesundheit ist und uns die Frage stellen: „Mein Gott, was haben wir damals nur getan …?“
Die non-invasive Therapie in Stichpunkten:
Folgende Diagnostik-, Ästhetik- und Behandlungsmethoden werden abgelehnt:
- Metallinstrumente zur Untersuchung und Behandlung (z. B. Bohrer, Sonden, Küretten, Metallspiegel usw.)
- Entfernung von Zähnen und insbesondere Weisheitszähnen
- Füllungstherapie inkl. Austausch von Füllungen und Füllungssanierungen
- Jegliche kosmetische Behandlung, wie professionelle Zahnreinigungen, Bleachings, Veneers und Lumineers
- Bohren und Ätzen
- Überkronen und Implantate, Brücken und Prothesen
- Scaling und Kürettage
- Wurzelbehandlung und Wurzelspitzenresektionen (WSR)
- Fissurenversiegelungen
Folgende Behandlungen stellen die effektive Grundlage der non-invasiven Therapie dar:
- Prophylaktische und therapeutische Anwendung von antibakteriellen Wirkstoffen in Form von Mundspülungen, Zahncremes, Gels, Chips und Lacken
- Einsatz von hoch dosierten Mineralstoffpräparaten
- Prophylaktische und therapeutische Anwendung von hoch dosierten Fluoridprodukten wie Gels und Lacken
- Ersatz von kariogenem Haushaltszucker (Saccharose) durch nicht-kariogene Zucker
- Verzicht oder zumindest Verringerung von säurehaltigen Lebensmitteln, Getränken und Obstsorten mit einem niedrigeren pH-Wert als 5,7 (im Mund)
- Verzicht auf zitronensäurehaltige Getränke und Lebensmittel
- Aufbau einer dauerhaften kalziumreichen Ernährung mit min. 1.000 mg pro Tag
- Pharmazeutische Therapie mit Antibiotika und Antiphlogistikum (Entzündungshemmer)
Die non-invasive Therapie lässt sich weitestgehend durch den Patienten selbst durchführen. Sofern eine Therapiebegleitung notwendig ist, sollte diese stets durch einen Allgemeinarzt und nicht durch einen Zahnarzt erfolgen. Zwar spezialisieren sich immer mehr Dentisten auf diese einzig sinnvolle Therapieform, allerdings bieten diese meist auch weiterhin die klassischen Behandlungen an.
Einem Mediziner, der die non-invasive Therapie mit den veralteten Methoden der Zahnmedizin verbindet, ist sicher wenig glaubhaft und somit ein Risiko für den Patienten. Mit einer Aussage wie: „Die non-invasive Therapie ist sehr sinnvoll, aber in Ihrem Fall ist das leider nicht mehr möglich …“ versuchen arglistige Dentisten ihre Patienten wieder zu einer klassischen und damit schädlichen Behandlung zu nötigen. Eine non-invasive Praxis kommt daher ohne zahnmedizinisches Gerät aus.

